Serbiens Arbeiterinnen und Arbeiter im Kampf
von pda-admin, Montag 1 März 2010 um 21:25 :: CH-Politik :: #214 :: rss
„Ihre grösste Stärke ist das gegenseitige Vertrauen, das in ihr herrscht. Dieses Vertrauen ist unbezahlbar, und es hat Jahre gedauert, es aufzubauen.“ So die Antwort von Milenko Srekovic, Sprecher des „Koordinationskomitees für den ArbeiterInnenwiderstand In Serbien“ auf die Frage nach den Stärken der gegenwärtigen Streikbewegung in seinem Land. Zurzeit sind Vertreterinnen und Vertreter serbischer Streikkomitees im deutschsprachigen Europa unterwegs.
Im Jahre 2000 kamen mit der Konterrevolution im sozialistischen Serbien nach jahrelangen imperialistischen Bemühungen die Privatisierer an die Macht und versprachen eine radikale Umwandlung der sozialistischen Wirtschaft und Gesellschaft. Bis Ende 2009, so das selbst gesteckte Ziel der konterrevolutionären serbischen Regierung, sollten alle bislang öffentlich bzw. in Belegschaftshand geführten Unternehmen privatisiert sein. Diese Politik hat zu einer Verelendung der Bevölkerung in Serbien geführt. Einer kleinen Zahl von Superreichen steht eine immer grösser werdende Zahl von Armen gegenüber. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.
Doch Betrieb für Betrieb haben die ArbeiterInnen begonnen sich zu wehren. Während die Regierung auf „sozialen Dialog“ mit den Vorständen der etablierten Gewerkschaften setzt, haben viele Beschäftigte das Vertrauen sowohl in die transformierten Staatsgewerkschaften als auch in die „Unabhängigkeit“ der gewerkschaftlichen Neugründungen verloren und sich ihre eigenen Kampfformen geschaffen: Betriebsbesetzungen, Blockaden von Polizeistationen, Sleep Ins auf Ämtern, Hungerstreiks - bis hin zu einer landesweiten Demonstration am 11. September 2009.
Geschätzte 30 000 ArbeiterInnen aus 30 Unternehmen tragen zurzeit die Proteste. Sie fordern einen Stopp der Enteignungen durch die Privatisierung, Zuschüsse für insolvente Unternehmen, die Auszahlung ausstehender Löhne oder Insolvenzgelder – aber auch die Übernahme und den Erhalt „ihrer produktiven Kapazitäten“.
Anfang März halten VertreterInnen verschiedener serbischer Streikkomitees in Deutschland, Österreich und der Schweiz Vorträge:
- 28.02.2010 in Wien: 16.00 Uhr, Restaurant Lazar, 1150, Vogelweidplatz 4
- 02.03.2010 in Berlin: 19.00 Uhr, Haus der Demokratie, Greifswalderstr. 4
- 03.03.2010 in Hamburg: 18.30 Uhr, im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Hofdurchgang
- 04.03.2010 in Bremen: 19.00 Uhr, im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstrasse 34
- 05.03.2010 in Zürich: 19.30 Uhr, Volkshaus, Grüner Saal
==> Am Samstag, 6. März, wird die serbische Delegation in Bellinzona am Officina-Fest zum 2. Jahrestag des Besetzungsstreiks teilnehmen, ab 15 Uhr, in der Pittureria der SBB-Werkstätten.


Kommentare
1. Montag 15 März 2010 um 18:19, von edi
2. Donnerstag 18 März 2010 um 11:21, von Jan
3. Samstag 20 März 2010 um 14:10, von staunend
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